Alexandrina Simeon fliegen im Amtshof die Herzen der Jazzfreunde zu

Alexandrina Simeon fliegen im Amtshof die Herzen der Jazzfreunde zu

Ungemein attraktiv und sympathisch kam sie mal in einer Ballade auf Samtpfoten, mal leidenschaftlich südamerikanisch daher. Ihre Stimme kann bluesig streicheln, soulig kratzen und jazzig attackieren. Anderthalb Stunden vor Mitternacht hatten die 35-jährige Alexandrina Simeon aus Augsburg, die vorher in Großburgwedel kaum einer gekannt hatte, und ihr Quintett unter den 100 Konzertbesuchern im Amtshof enthusiastische neue Freunde gewonnen. Die erste CD der seit eineinhalb Jahren bestehenden Formation ging am Ende des Jazzabends weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Roots & Influence, Wurzeln und Einflüsse, so heißt der CD-Erstling, den Simeon am Mittwochabend im Amtshof vorstellte. In ihren Texten verarbeitet sie Einflüsse ihres Geburtslandes Bulgarien wie auch spätere aus dem Rest der Welt. Irgendwie wirkte die Tochter zweier Bratscher und Enkelin einer Opernsängerin grenzenlos: In drei Sprachen – Bulgarisch, Englisch und Spanisch – überzeugte der Facettenreichtum ihrer Stimme. Damit nahm sie ihr Publikum rasch für sich ein.

Die Wahl-Augsburgerin hat ihre CD zusammen mit ihren Musikern „erarbeitet“, wie sie erklärte. Zwischen dem ersten Titel „Roots“ und „Influence“, dem 13. und letzten Stück, bekamen die Burgwedeler elf Kabinettstücke zu hören. Stephan Holstein (Saxofon und Klarinette) Daniel Eberhard (Piano, Akkordeon und Arrangements) Uli Fiedler (Bass) und Tom Steppich (Drums und Percussion) steuerten lange Solopassagen bei. Konzertbesucherin Berte Weigel: „Ich habe so etwas in der Richtung noch nicht gehört und bin begeistert.“ Renate Mittag aus Großburgwedel hatte etwas ganz anderes erwartet, bekam dann aber „Jazz mit Folkloregemisch“, wie sie es nannte, und war sehr angetan. Stürmischer Applaus war der verdiente Lohn für das beeindruckend gute Alexandrina Simeon Quintett.

(Quelle: Nordhannoversche Zeitung, 15. April 2011 | Foto: Zimmer)